19.11.2019

Facebook Fanpages: Änderungen bei Facebook Insights

Lesen sie in unserem Beitrag, welche Änderungen Facebook im November 2019 an dem Passus zur gemeinsamen Datenverarbeitung vorgenommen hat und was Betreiber von Facebook Fanpages jetzt zu beachten haben.

Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) und einem Beschluss der Datenschutzkonferenz (DSK) aus dem letzten Jahr, die feststellten, dass Fanpages auf Facebook nicht rechtskonform betrieben werden können, reagierte Facebook bereits mit der Ergänzung einer Vereinbarung zur gemeinsamen Datenverarbeitung mit Fanpage-Betreibern nach Art 26 DSGVO in seinen Nutzungsbedingungen. Problematisch war für den Gerichtshof vor allem, dass Facebook mit den Betreibern solcher Fanpages keine Verträge zur gemeinsamen Datenverarbeitung geschlossen hat.

Lesen sie hier, welche Änderungen Facebook im November 2019 an dem Passus zur gemeinsamen Datenverarbeitung vorgenommen hat und was Betreiber von Facebook Fanpages jetzt zu beachten haben.

Ihre Strategie für den besten Schutz

Die Grundlage jeder guten Geschäftsbeziehung ist Vertrauen. Stärken Sie die Beziehung zu Ihren Kunden mit unserer Expertise im Datenschutz und der Informationssicherheit. Damit sichern Sie Ihrer Unternehmung einen starken Wettbewerbsvorteil und können sich voll auf Ihr Geschäft konzentrieren.

Termin vereinbaren

Trotz der Ergänzung der AGB verblieben Zweifel daran, ob Facebook Fanpages DSGVO-konform betrieben werden können. Ungeklärt bleiben musste die Frage nach der Rechtsgrundlage aus Art. 6 Abs. 1 S. 1 DSGVO für die Datenverarbeitung auf Seiten des Betreibers der Fanpage.
Ein berechtigtes Interesse nach Art 6 Abs. 1 S. 1 f DSGVO kann darin gesehen werden, dass die Seitenbetreiber mehr Nutzer durch besser auf ihre Zielgruppe abgeschirmte Posts erreichen können. Dagegen spricht zwar die Ansicht der DSK, jedoch ist diese umstritten. Bis diese Frage durch die Rechtsprechung entschieden wurde, verbleiben Fanpage-Betreiber weiter im Unklaren über die Möglichkeiten eines DSGVO-konformen Trackings. Insofern hat auch die Veränderung der AGB zu Insights durch Facebook nichts an der Uneindeutigkeit der Rechtslage geändert.

Was genau hat Facebook geändert?

Mit dem Update durch Facebook sind die AGB zu Facebook Insights deutlich umfangreicher geworden.

  • Facebook nennt das Kind endlich beim Namen und erkennt in den Geschäftsbedingungen zu Insights an, dass das Unternehmen und die Fanpage-Betreiber „gemeinsam Verantwortliche gemäß Artikel 26 DSGVO für die Verarbeitung dieser personenbezogenen Daten[„Insights-Daten“]“ sind. Dieser Passus war zwar zuvor schon vorhanden, ist jedoch durch die Nennung der Norm eindeutiger geworden.

Weiterhin erklärt Facebook seinerseits eindeutig und im Klartext, welche technisch-organisatorischen Maßnahmen (TOM) eingesetzt werden, um die verarbeiteten Daten vor unberechtigtem Zugriff zu schützen.

Kostenfreie Expertise im E-Mail-Postfach

Alle wichtigen Neuigkeiten zum Datenschutz & zur Informationssicherheit einmal monatlich bequem im E-Mail-Postfach – natürlich kostenlos.

Was ist die Summe aus 3 und 1?

Mit Klick auf den Button stimmen Sie dem Versand unseres Newsletters und der aggregierten Nutzungsanalyse (Öffnungsrate und Linkklicks) zu. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit widerrufen, z.B. über den Abmeldelink im Newsletter. Mehr Informationen: Datenschutzerklärung.

TOM: Welche Pflichten müssen Fanpage-Betreiber erfüllen?

Facebook übernimmt zwar durch seine AGB einen großen Teil der Pflichten im Rahmen der gemeinsamen Verarbeitung nach Art. 26 DSGVO, aber das bedeutet nicht, dass die Fanpage-Betreiber nicht auch in der Verantwortung stehen. Sie sollten weiterhin die folgenden Punkte beachten:

  1. Es ist wichtig, dass Sie auf Ihrer Fanpage eine Datenschutzerklärung bereit stellen, in der genannt wird, wer auf Seiten des Fanpage-Betreibers Verantwortlicher ist und zu welchen Zwecken sowie auf welcher Rechtsgrundlage Daten verarbeitet werden. Die Erklärung sollte zudem auch nähere Ausführungen zum berechtigten Interesse an der Datenverarbeitung nach Art 6 Abs. S. 1 f DSGVO enthalten, wenn dieses die gewählte Rechtsgrundlage für die Datenverarbeitung ist. Weiterhin sollte die Erklärung einen Link zu Facebooks Informationen über Insights enthalten.
  2. Bis jetzt ist noch nicht eindeutig geklärt, ob die AGB-Passagen zu Facebook-Insights eine wirksame Vereinbarung zur gemeinsamen Datenverarbeitung nach Art. 26 DSGVO sind. Es gibt gute Gründe, die dafür sprechen, jedoch sehen die Datenschutzbehörden das ganze bisher anders. Bis diese Frage abschließend durch die Rechtsprechung geklärt wurde, sollten Seitenbetreiber aufmerksam die Entwicklung Facebook Insights verfolgen.
  3. Wichtig ist auch, dass Sie Betroffenenanfragen, die Insights betreffen, innerhalb von sieben Kalendertagen an Facebook weiterleiten. Dazu sind Sie laut den AGB verpflichtet. Darunter könnten auch Anfragen zu fassen sein, die generell danach fragen, welche Daten Ihr Unternehmen zu einer natürlichen Person verarbeitet. Dagegen sprechen jedoch gleich mehrere Gründe: Facebook gibt über Insights nur anonymisierte Daten weiter und auf Facebook herrscht für User auch keine Klarnamenspflicht. Das heißt, dass Sie die Daten, die über Insights verarbeitet werden, in den allermeisten Fällen gar nicht dem Anfragenden zuordnen können. Mithin sind Sie auch nicht dazu verpflichtet solch allgemeine Anfragen an Facebook weiterzuleiten.

Wenn Sie diese Punkte bereits beim Betrieb ihrer Fanpage beachten, ändert sich auch durch die AGB Änderung auf Seiten von Facebook nichts. Sie können also weiterhin Facebook Insights zur Optimierung Ihrer Fanpage nutzen, ohne in Konflikt mit der DSGVO zu stehen.

Weitere Neuigkeiten

24.07.2024

Windows-Ausfall durch CrowdStrike-Update öffnete Tür und Tor für Betrüger

Vielen Experten zufolge war es der größte IT-Ausfall der Geschichte. Am 19. Juli 2024 stieß CrowdStrike auf ein bedeutendes Problem mit einem Inhaltsupdate für seinen Falcon-Sensor auf Windows-Betriebssystemen. Dieses Update verursachte unerwartetes Systemverhalten, das insbesondere zu Blue-Screen-Fehlern (BSOD) auf den betroffenen Windows-Systemen führte. Viele Betrüger nutzen diesen Ausfall sofort aus. CrowdStrike reagierte schnell und stellte einen Fix bereit, um das Problem zu beheben und negative Auswirkungen auf die Betriebsabläufe ihrer Kunden zu minimieren.

Weiterlesen …

17.07.2024

Neue Regelungen für Ihr ISMS: Diese gesetzlichen Anforderungen muss Ihre IT-Sicherheit erfüllen

In den letzten Jahren haben zahlreiche neue gesetzliche Regelungen zur IT-Sicherheit Unternehmen vor erhebliche Herausforderungen gestellt. Diese Gesetze fordern von Unternehmen umfassende Maßnahmen zur Sicherung ihrer IT-Infrastruktur und Daten. Angesichts dieser wachsenden Anforderungen bietet sich die Einführung eines Informationssicherheits-Managementsystems (ISMS) an. Ein ISMS hilft nicht nur dabei, die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen, sondern trägt auch zur Verbesserung der allgemeinen Sicherheitslage eines Unternehmens bei.

Weiterlesen …

09.07.2024

NIS2-Richtlinie: Machen Sie Ihr Unternehmen fit für Oktober 2024 – mit unserem Leitfaden zum Download

Mit der nahenden Deadline im Oktober 2024 für die nationale Umsetzung der Network and Information Security (NIS) Directive 2 (NIS2) stehen schätzungsweise 30.000 deutsche Unternehmen vor der Herausforderung, gesetzliche Vorgaben zu erfüllen und die Sicherheit ihrer Informationstechnologie nachhaltig zu verbessern. In diesem Zusammenhang bieten wir umfassende Lösungen an, die darauf ausgerichtet sind, Ihr Unternehmen durch maßgeschneiderte Risikoanalysen, die Implementierung fortschrittlicher Cyber-Risikomanagementpraktiken und robuste Geschäftskontinuitätspläne auf den neuesten Stand der Technik zu bringen.

Weiterlesen …